Anne-Marie Parth: „Ein Blickwechsel soll nichts Akademisches sein“

2. März 2017 | Projektpartner

Unter dem Motto „Blickwechsel 2017“ veranstaltet Go Ahead! in diesem Jahr erstmals einen Süd-Nord-Austausch. Anne-Marie Parth und Johanna Reimers kümmern sich federführend um dessen Organisation. Im Interview sprechen sie über das Motto der Kampagne, die Teilnehmer an der Deutschland-Tour und die Ziele der interkulturellen Begegnung.  

Die Kampagne steht unter dem Motto „Blickwechsel 2017. Was steckt hinter diesem Titel?

Johanna Reimers: Für diese Kampagne haben wir Besucherinnen und Besucher aus Südafrika eingeladen, die bei unseren Projektpartnern vor Ort arbeiten. Die Idee kam uns, als wir vor drei Jahren selbst zu Besuch in Südafrika waren. Damals konnten wir unsere Perspektive wechseln und erleben, was mit den Spenden vor Ort passiert. Jetzt wollen wir den Blickwechsel in die andere Richtung realisieren, so dass unsere Partner erfahren, welche Arbeit Go Ahead! hier in Deutschland leistet.

Warum ist Go Ahead! dieser Blickwechsel so wichtig?

Johanna Reimers – Organisatorin

Johanna Reimers: In den letzten zwei Jahren haben wir uns in einem internen Review-Prozess viel mit der Art und Weise beschäftigt, wie gut unsere ehrenamtliche Arbeit läuft und wo eventuelle Schwachstellen liegen. Wie kooperieren wir mit den Projektpartnern im südlichen Afrika? Wie stellen wir ihre Lebenswelt in der deutschen Öffentlichkeit dar? Dabei ist uns unter anderem klar geworden, dass insbesondere der direkte Kontakt zu den Menschen hilft, um Vorurteile abzubauen und ein möglichst vielschichtiges Bild von Afrika zu zeichnen. Und das wollen wir dieses Jahr mit der Blickwechsel-Kampagne erreichen. 

Wie genau funktioniert der Süd-Nord-Austausch?

Anne-Marie Parth: Uns ist besonders wichtig, dass möglichst viele Menschen in unterschiedlichen Orten und unterschiedlichen Kontexten erreicht werden. Ein Blickwechsel soll nichts Akademisches sein und eine Idee, die nur an Universitäten angestrebt wird. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, gemeinsam mit unseren Projektpartnern durch Deutschland zu fahren und verschiedene Orte – München, Erfurt, Berlin, Marburg und Heidelberg – zu besuchen. In diesen Städten organisieren wir zahlreiche Veranstaltungen, von Schulworkshops über Filmvorführungen und Podiumsdiskussionen bis hin zu Rollenspielen. Die Veranstaltungen finden nicht hinter geschlossenen Türen statt, sondern sind für die breite Öffentlichkeit zugänglich.  

Wie wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tour ausgewählt?

Johanna Reimers: Es gibt vier Projektpartner in Südafrika, mit denen Go Ahead! schon lange zusammen arbeitet. Das sind die Organisationen Heartbeat sowie United through Sports, die Vorschule Pastoral und das Projekt Transitions Foundation. Von diesen Partnern werden Mitarbeitende nach Deutschland kommen und an der Reise teilnehmen. Die einzelnen Personen wurden dabei von den Projektpartnern selbst ausgewählt. 

Anne Parth

Anne-Marie Parth – Organisatorin

Welche Visionen und Ziele verfolgt die interkulturelle Begegnung?

Anne-Marie Parth: Wir wollen die typische Schwarz-Weiß-Zeichnung vom armen, hilfsbedürftigen Afrika und reichem, helfenden Norden aufheben. Im Idealfall verstehen die Teilnehmenden, aber auch die Besucherinnen und Besucher außerhalb des Go Ahead!-Kreises, dass auch ‚wir‘ viel von Menschen aus dem Subsahara-Afrika lernen können und dass die dortigen Länder deutlich diverser sind als in den hiesigen Medien dargestellt. Unser Ziel ist es außerdem, neue Ideen zu globalen Problemen und Entwicklungszusammenarbeit entstehen zu lassen. Schlussendlich wollen wir eine neue Art des Zusammenarbeitens auf Augenhöhe schaffen und hierdurch interkulturelle Begegnungen neu denken. 

Wie wird die Kampagne finanziert?

Johanna Reimers: Den Löwenanteil der Finanzierung hat uns „Engagement Global“ zur Verfügung gestellt, die Gelder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vergeben. Es ist das erste Mal, das Go Ahead! eine solche Finanzierung von der Bundesregierung bekommt. Darüber haben wir uns richtig gefreut! Außerdem finanziert „Brot für die Welt“ einen Anteil der Kampagne. Den Rest der Kosten haben wir über eigenen Spendenaktionen in den Hochschulgruppen sowie private Spender gedeckt.

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Junge Menschen in Deutschland setzen sich ehrenamtlich für junge Menschen in Subsahara-Afrika ein: Das ist Go Ahead! Wir nutzen die Energie, den Enthusiasmus und den Willen junger Erwachsener, um durch die Unterstützung von Bildungsprojekten Kindern und Jugendlichen im südlichen Afrika nachhaltige Perspektiven zu ermöglichen.

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