Ein turbulentes Jahr in Uganda

28. Januar 2022 | Aktivitäten, Erfahrungsberichte, Go Ahead!, Partner

Erwartungsvoll blicken wir in das noch junge Jahr und hoffen, dass sich die Situation rund um Corona bessern wird – vor allem auch für unsere Partner in subsahara Afrika.

Die Situation in Uganda

Insbesondere in Uganda war es kein einfaches Jahr: Uns beunruhigt natürlich zum einen die gesundheitliche Situation. In letzter Zeit sind die Coronazahlen wieder stark gestiegen, von weniger als hundert bestätigten Fällen pro Tag Anfang Dezember auf über tausend Fälle pro Tag Ende Dezember. Insgesamt ist die Sieben-Tage-Inzidenz dennoch deutlich niedriger als in Deutschland, aber das sind nur die bekannten Fälle und es ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Schulklasse-Uganda

Impfstatus in Uganda

Bislang sind nur ungefähr zehn Prozent der Bevölkerung in Uganda doppelt geimpft, was natürlich noch lange nicht genug ist.
Der Staat will nun bevorzugt Lehrer impfen lassen – doch der Impfstoff ist nicht in ausreichendem Maße verfügbar. Außerdem gibt es in Uganda eine hohe Impfskepsis aufgrund von Misstrauen und Desinformation. Das Auftauchen der Variante Omikron macht die Gesamtsituation noch schwieriger und unberechenbar.

Die Folgen

Das Ausmaß der sozialen Konsequenzen ist wesentlich schlimmer als in Deutschland: Landesweit gilt in Uganda eine nächtliche Ausgangssperre von 19 Uhr bis 5.30 Uhr. Das führt leider zu vermehrtem Kindesmissbrauch, sowie zu einer deutlichen Steigerung der Teenager-Schwangerschaften. Gewonnene Fortschritte im Bereich Bildung gehen verloren und der Kreislauf der Kinderarmut setzt sich fort.

Mutter-mit-Kind

Durch die Pandemie ist die Armut generell größer geworden. So ist auch die Zahl der Viehdiebstähle gestiegen. Dabei wird nicht nur das Vieh entwendet, sondern es werden auch Hirten umgebracht und Frauen zu Witwen, die es in der Folge noch schwerer haben.

Die politische Situation

Dazu kommt, dass es politisch große Spannungen vor Ort gab: Zwei Tage vor der Parlaments- und Präsidentschaftswahl im Januar 2021 sind in Uganda mehrere soziale Netzwerke und Messengerdienste vom Staat blockiert worden. Anschließend wurde nach offiziellen Angaben Präsident Yoweri Museveni für eine sechste Amtszeit mit absoluter Mehrheit wiedergewählt. Regierungsgegner akzeptierten das Ergebnis nicht, denn neben den Angriffen auf die Medien kam es im Wahlkampf auch zur Festnahme mehrerer, bedeutender Oppositioneller.

Außerdem kommt es immer wieder zu Anschlägen. Die Behörden machen dafür die “Alliierten Demokratischen Kräfte”, kurz ADF, verantwortlich. Die Miliz hat ihre Wurzeln in Uganda, operiert jetzt aber auch aus der Demokratischen Republik Kongo. Die Art und Weise, in der die Attacken verübt wurden, weist darauf hin, dass die Attentäter mit dem “Islamischen Staat” verbündet sind.

 

Auswirkungen auf die Bildungsgerechtigkeit

Schulklasse-Uganda

All diese Faktoren behindern die Fortschritte in der Bildungsgerechtigkeit für Kinder armer und bildungsferner Familien.
In Uganda sind die Vorschulen leider seit Pandemiebeginn – seit mittlerweile fast 2 Jahren – geschlossen. Onlineunterricht ist vor Ort kaum möglich, deshalb ist unser Partner ACTS besonders dankbar, dass sie mit unserer Unterstützung trotz allem die Lehrergehälter weiterbezahlen konnten. Planmäßig sollen die Schulen im Januar 2022 wieder öffnen.

Um das vorzubereiten, hat ACTS das von der Restcent-Initiative geförderte Projekt für coronasichere Schulen bereits begonnen. In diesem Rahmen wurden Zelte, Tische und Stühle beschafft, um die Kinder trotz der erforderlichen Mindestabstände beherbergen zu können. Außerdem wurden Community-Treffen organisiert, um mit den Gemeindemitgliedern offen und ohne Tabus über den richtigen Umgang und Schutz vor dem Virus zu sprechen.
Die Vorschule von ACTS wird ausschließlich über Zahngold finanziert, das ein engagierter Zahnarzt einschmelzen lässt und den Erlös an Go Ahead e.V. spendet. Damit kamen in den letzten 2,5 Jahren wieder sagenhafte 5000 Euro zustande, womit wir diese Vorschule weiter fördern können.

Und wie geht es weiter?

Wenn nicht Omikron die Pläne wieder durchkreuzt, soll die Öffnung der (Vor-) Schulen unter der Voraussetzung geschehen, dass die Lehrer bis dahin geimpft sind. Voraussichtlich gibt es eine Art Impfpflicht für Lehrer bzw. Staatsangestellte.
Das wäre doch immerhin mal ein Anfang! Wir hoffen, dass sich die Lage endlich entspannt und wünschen allen nah und fern ein glückliches und gesundes neues Jahr!

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